»Erinnerung lohnt nicht« – Kein Interesse für die Zwangsarbeiter – von Gudrun Brockhaus

++++++++++GRUNDLAGENTEXT FÜR DAS DEUTSCHE BLICK AUF OSTEUROPA SEMINAR!++++++++++++

Als Desinteresse beschreibt Ulrich Herbert in der Zusammenfassung seiner großen Studie über die Fremdarbeiter in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges die Einstellung der meisten Deutschen gegenüber dem elenden Schicksal der ausländischen Arbeiter bei Kriegsende:Kriegsgefangenschaft

»›Die Ausländer waren einfach da und gehörten zum Kriegsalltag wie Lebensmittelmarken oder Luftschutzbunker. Die Diskriminierung der Russen und Polen wurde dabei ebenso als gegeben hingenommen wie die Kolonnen halbverhungerter Menschen […] Auch die eigene bevorrechtigte Stellung ihnen gegenüber war nichts Exzeptionelles, nichts, worüber man sich Gedanken machte« (Herbert 1985, S. 358).

Im Folgenden möchte ich zeigen, dass diese selbstverständliche Akzeptanz von Diskriminierung und rassischer Hierarchie bis auf die heutigen Auseinandersetzungen um Entschädigung der Zwangsarbeiter fortwirkt und keineswegs nur auf die Einschränkungen des Horizonts am Kriegsende zurückzuführen ist, sondern auf die fortwirkenden Vorurteile gegenüber dem Osten und auf die emotionale Dynamik dieser Vorurteile.
Ausgangspunkt ist die persönliche Erfahrung von Indifferenz und Abwehr in der Konfrontation mit dem Schicksal von ›Ostarbeitern‹. Sie spiegelt die öffentliche Umgangsweise mit dem Thema.

[…]

völlständiger Text in: Annemarie Bauer et al. (Hg.). Psychoanalytische Perspektiven. Ein Lesebuch. Frankfurt a.M. et al.: Peter Lang 2002, S. 95-124, ISBN 3-63139118-8

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